Beim Talk am 7.4.2026 ging es im ÖJC-Pressesalon wieder einmal um „Künstliche Intelligenz“. Und zwar darum, ob sie sich selbständig entwickeln kann, oder ob sie den Menschen braucht. Im Gespräch mit Mag. Thomas Sonnberger kam ÖJC-Präsident Christian Stöger zum Ergebnis, dass es ohne den Menschen nicht gehen wird. Denn: „Langläufig bezeichnet man mit KI Computerprogramme oder Maschinen, die Aufgaben erledigen können, für die normalerweise menschliche Intelligenz nötig ist,“ so Sonnberger. „Aber Computer lernen, verstehen, entscheiden und lösen Probleme, zumindest bis zu einem gewissen Grad.“
Letztlich entscheidet immer der Mensch. Er entscheidet, was er programmiert, was die Maschine erledigen soll. Allerdings kann durch Machine Learing der Computer mit vielen Daten trainiert werden, damit er Muster erkennt – und aufgrund der Daten auch Vorhersagen treffen. „Die KI ist zwar schneller mit Schlussfolgerungen, aber der Mensch ist schneller mit seiner Intuition“, erklärt Sonnberger. „Und letztendlich ist es die Intuition, die den Menschen über die Maschine erhebt.“
Thomas Sonnberger hat Kommunikationswissenschaften studiert und zahlreiche Bücher geschrieben. Wie auch „Best of KI“, das Thema des ÖJC-Talks. „Die Zukunft gehört nicht den Kommunikatoren, die KI am Besten verhindern, sondern denen, die sie am Besten führen,“ schreibt Sonnberger.
Vor allem im Journalismus ist Künstliche Intelligenz ein Tool, ein Hilfsmittel, das durchaus seine Berechtigung hat. „Fakten gibt es nirgendwo schneller, allerdings ist es nötig, diese Fakten auch zu checken“, so ÖJC-Präsident Stöger. „Denn wenn die KI keine Antworten weiß, erfindet sie welche.“ Oder Manipulation wird gezielt eingesetzt, Stichwort „Deep Fake“, die Manipulation von Filmen, Videos, Bildern. Journalismus, der den Regeln der Ethik folgt, wird also immer seine Berechtigung – und hoffentlich auch sein Publikum – haben. Denn der Journalist, die Journalistin informiert im Idealfall der Wahrheit gemäß. Ohne etwas zu erfinden.
Text: Christian Stöger
Fotos: Silvia Stöger

