China – mit KI zur globalen Dominanz

China – mit KI zur globalen Dominanz

„China will bis 2030 die globale Dominanz auf allen Gebieten erreichen“, sagt Politikanalyst Mag. Bernhard Seyringer beim ÖJC-Talk im Pressesalon am 10.3.2026. Im Gespräch mit Moderator Johannes Hoppe betont er, dass China mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz drauf und dran ist, aus der Forschung der Neurowissenschaft heraus eine menschenähnliche Intelligenz zu entwickeln. „Dabei geht es um die Verbindung von AI+ (Artificial Intelligence Plus), die alle Bereiche des Lebens implizieren soll sowie das Embodyment, die Verbindung autonomer KI-Systeme, die in einer simulierten Realität miteinander agieren. Zum Beispiel bei automatisierten Drohnen, selbstfahrenden Autos oder selbständig agierenden Robotern.“



Seyringer ist Politikanalyst mit Schwerpunkt Strategic Foresight und seit Herbst 2023 am Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik tätig. Sein Schwerpunkt liegt im Themengebiet „Neue Technologien und Internationale Politik“. Wie er die Herausforderungen Europas im Umgang mit China sieht? „Wir sollten langsam beginnen, die Intentionen der chinesischen Führung ernst zu nehmen und versuchen, im internationalen Wettbewerb dabei zu sein. Sie meinen wirklich, was sie sagen und schreiben. Wir müssen unsere Investments und unsere Märkte besser regulieren und schützen.“

Noch sei China von europäischen Herstellern und Produkten im Bereich der KI abhängig. Aber: „Chinesische Hersteller wollen die Europäer ersetzen, vor allem bei Chips und Halbleitern. Ein Weg dazu ist neben der Entwicklung auch, die Preise zu senken und so mit staatlichen Förderungen internationale Bewerber aus dem Markt zu drängen. Wie wir das bei den E-Autos sehen.“ 

Was die Sicherheitslage und das militärische engagement China betrifft – etwa in der Frage von Taiwan – spricht Seyringer von einer schwer vorherzusagenden Entwicklung. Fakt sei allerdings, dass Chinas Militärbudget neuerlich um 7% gesteigert wurde. „2027 feiert die chinesische Armee ihr hundertjähriges Bestehen, da möchte man Stärke zeigen. So ist etwa das Wort „friedlich“ bei der Übernahme von Taiwan aus dem neuen Fünf-Jahres-Plan verschwunden. Gleichzeitig gibt es aber in der chinesischen Militärführung offenbar Uneinigkeiten, wie das Verschwinden einiger hochrangiger Generäle vermuten lässt.“

Einen echten Angriffskrieg von China gegen Taiwan sieht Seyringer nicht, allerdings „gibt es die Möglichkeit einer Seeblockade, die Taiwan nicht lange aushalten könnte, denn die Ressourcen im Land selbst sind gering.“ Wie sich dann allerdings die USA, die die Schutzmacht Taiwans sind, unter einem Präsidenten Trump verhalten werde, sei ungewiss. „Und genau diese Ungewissheit wird China nicht provozieren. So gesehen ist Trump sogar so etwas wie eine Sicherheitsgarantie für Taiwan.“ 

Hier geht’s zum Live-Stream-Video dieser Veranstaltung: ÖJC LIVE: CHINA–Talk mit Politikanalyst Mag. Bernhard Seyringer

Video:Manuel Bogataj
Text und Fotos: Christian Stöger



ÖJC-China-Talk
Johannes Hoppe im Gespräch mit Bernd Seyringer
Mag. Bernd Seyringer
Videoproduktion ÖJC-Talk