Die Medienlöwinnen 2026

Die Medienlöwinnen 2026

Zum 15. Mal wurden heuer die Medienlöwen verliehen, wobei die „Goldene MedienLöwin“ an Ingrid Thurnher ging. Wegen beruflicher Verhinderung der derzeitigen ORF-Generaldirektorin übernahm Eva Schindlauer (kfm. Direktorin des ORF) die Trophäe. Silberne MedienLÖWIN ist Eva Sager, ausgezeichnet für ihren Beitrag in der Wiener Zeitung „Wenn ich einen guten Arsch sehe, muss ich draufhauen“. Den MedienLÖWEN erhält die deutsche Redaktion des WDR-Radiosenders COSMO (Radio Bremen) für den Podcast „Lost Sheroes – Frauen, die in den Geschichtsbüchern fehlen“.



Mit der Goldenen MedienLÖWIN wurde damit eine Journalistin für ihr Lebenswerk, ihre Rolle als Vorbild in der Branche und ihre Durchsetzungskraft gewürdigt. Ingrid Thurnher, die 2026 die Zügel des ORF als interimistische Generaldirektorin in Krisenzeiten übernahm, verkörpert seit Jahrzehnten stets Kompetenz, Ruhe und unerschütterliche Professionalität.

Ähnlich wie beim diesjährigen Schwerpunkt des Journalistinnenkongresses – gewidmet dem Thema Neustart im Journalismus – sicherte Ingrid Thurnher für den ORF die Chance zu einem Neuanfang, statt ihn dem Niedergang zu überlassen. Die Preisträgerin musste direkt ein bisschen Schmunzeln über die Auszeichnung: „Ich freue mich sehr darüber, aber offenbar ist Krisenmanagement die neue Königsdisziplin im Journalismus geworden.“

Die Silberne Löwin ging an Eva Sager. Ihr Artikel thematisiert sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch im journalistischen Arbeitsumfeld – ausgerechnet in einer Zeit, zu der die öffentliche Aufmerksamkeit sich der Medienbranche nach dem Bekanntwerden prominenter Fälle zuwendet. So richtet die Wiener-Zeitung-Journalistin den Blick auf die sich hinter diesen Dynamiken lauernden Machtstrukturen. Zur Erläuterung der Auswahl von Sagers Beitrag sagt eine Jurorin: „Wenn Journalismus eine Säule der Demokratie sein will, darf er nicht nur den Machtmissbrauch aufzeigen, sondern muss auch die Machtstrukturen dahinter ansprechen. Der vorliegende Beitrag tut das.“

In der Kategorie MedienLÖWE, in der die Arbeit eines Teams gewürdigt wurde, das sich durch besonders frauenfreundliche, -unterstützende und -stärkende Berichterstattung auszeichnet, ging der Preis an COSMO (Radio Bremen/WDR) für die Podcast-Reihe „Lost Sheroes“. Die Serie macht weibliche Vorbilder aus der Geschichte sichtbar, erweitert historische Perspektiven und zeigt, dass Frauen seit Jahrhunderten gesellschaftliche Entwicklungen entscheidend mitgestalten. Milena Straube, die für das Team die Trophäe empfing, bedankte sich für diese Würdigung: „Ich freue mich für das ganze Team, das passt so gut. Wir brennen für das Thema so sehr. Vielleicht schaffen wir mit diesem Motivationsschub sogar einen Neustart. Leider ist unser Podcast von Einstellung bedroht.“

Der ÖJC gratuliert allen Preisträgerinnen sehr herzlich!


Die Medienlöwinnen
Die Siegerinnen: Silberne Löwin Eva Sager, Goldene Löwin Ingrid Thurnher (i.V. Eva Schindlauer), Medienlöwin Milena Straube für Redaktion COSMO (Radio Bremen)

Maria Rauch-Kallat
Die Löwinnen-Initiatorin Maria Rauch-Kallat

Die Preisträgerinnen
Applaus für die Medielöwinnen